Hatte man in den ersten Runden die Auswärtsniederlagen noch mit Heimsiegen kaschieren können, so scheint nun endgültig der Wurm drinnen zu sein. Wer das samstägige Auswärtsspiel gegen Ostbahn XI gesehen hat, weiß was damit gemeint ist. Die 1:0 Niederlage war jedenfalls alles andere als unglücklich, sie war logische Konsequenz des enttäuschenden Auftretens der Mannschaft.

Eine spielerische Linie war selbst mit den schwarz-weißesten Brillen nicht im Ansatz erkennbar, Ballhalten in den eigenen Reihen oder konzentrierter Aufbau schienen Fremdwörter aus einer anderen Zeit zu sein. Kombiniert mit den Fehlpassorgien und dem an Vereinsschädigung grenzenden Unvermögen bei den zufällig zustande gekommenen Torchancen war die Mischung für den nächsten Null-Punkter rasch angerichtet. Im Sturm ist Schandl in seiner aktuellen Verfassung noch kein Kandidat für die Kampfmannschaft, das im Frühjahr überaus spielfreudige Mittelfeld mutiert zunehmend in Richtung Totalausfall und auch die Abwehr inkl. Goalie Harrauer wird von Woche zu Woche unsicherer. Aufbäumen gegen einen Punkteverlust, unbändiger Wille zum Sieg, Einstehen für den Verein? Fehlanzeige.

9 Punkte aus 8 Spielen und ein 12. Tabellenrang sind vielleicht gerade noch akzeptabel, wenn man als Abstiegskandidat in die Saison gestartet ist. Beim Sportklub sollte man damit nicht zufrieden sein. Da müssen jetzt rasch deutliche Worte gefunden und ein Beschönigen der Situation unter allen Umständen vermieden werden, da müssen Trainer und Spieler in die Pflicht genommen werden. Wenn man dann aber hört, dass die Mannschaft eh brav trainiert, auf dem richtigen Weg sei und halt eine typische 0-0 Partie durch einen Elfer verloren gegangen sei, dann klingt das wie Faymann nach der fünften Wahlniederlage. Es sollte klar sein, dass der Applaus nach dem Spiel nicht notwendigerweise Zufriedenheit mit der abgelieferten Leistung bedeutet. Und die vorhandene Unzufriedenheit muss vom Vorstand unmissverständlich an die sportliche Leitung und das Team herangetragen werden.

Und irgendwie hätte es meiner persönlichen Befindlichkeit besser entsprochen, wenn ich den Vorstand des WSK nicht entspannt beim Apres-Match mit einem Gläschen in der Hand, sondern wutentbrannt in der Kabine schreiend erlebt hätte.
 


Comments

Udo Huber
09/30/2009 12:38

Niemand von uns ist mir der derzeitigen Situation zufrieden und wir sind teilweise ratlos. Ratlos weil ich und mit mir viele andere glauben und wissen, dass im sportlichen Bereich gut gearbeitet wird. Wenn ich mit den Spielern spreche, wird mir auch unter vier Augen immer wieder hervorragende Trainingsarbeit bestätigt. Dass auf hohem Niveau gearbeitet wird. Der Trainer beobachtet jeden Gegner, versucht die Mannschaft optimal einzustellen, und trotzdem ist der „berühmte Hund“ drinnen.
Einige haben jetzt natürliche die typischen Lösungsvorschläge für den Weg aus der Krise. Trainer entlassen, Mannschaft auspfeifen. Das allein kann es aber nicht sein.
Ich zitiere hier noch einmal Ingomar Szabo: "Die Verunsicherung muss aus den Köpfen – das geht am besten durch einen Sieg. Wir haben uns vor der Saison so viel erwartet mit dem neuen Trainer. Ich kann es nicht oft genug sagen, mit einem guten Trainer. Wir haben die Woche top trainiert, wir gehen motiviert ins Spiel und sofort ist die Verunsicherung wieder da. Wir müssen das aus den Köpfen bekommen. Für manchen wird es vielleicht schon fad das zu hören, aber wir müssen einfach weiterarbeiten und mit einem Erfolgserlebnis kommt dann auch wieder Sicherheit. Aber die Situation ist für keinen von uns lustig – also müssen wir das so schnell wie möglich hinter uns lassen."
Also, vielleicht fehlt da im Moment doch nur mentales Potential. Ohne Ausreden zu suchen, solche Situationen gibt es. Bayern München hat unter dem großen van Gaal den schlechtesten Saisonstart seit 1966 hingelegt, andererseits hat Mainz 05 überrascht. Mit einem ähnlich jungen Trainer wie dem unseren, der vor der deutschen Bundesliga ausnahmslos Nachwuchsmannschaften trainiert hat.
Daher halte ich gerade in der derzeitigen Situation Trainer Bashing für kontraproduktiv.
Wir haben, wie auch Parndorf, gegen starke Mannschaften wie Waidhofen oder Horn verloren. Mit einem Tor Unterschied.
Wutentbrannt schreien ist für mich auch kein Lösungsansatz. Dieser Typ Funktionär ist außerdem beim FAC durch Herrn Eigl schon bestens besetzt. Nichtsdestotrotz haben wir uns in einer Präsidiumssitzung natürlich mit der derzeitigen Situation auseinandergesetzt.
Bauen wir lieber auf eine Trendumkehr und helfen der Mannschaft, aus diesem Loch wieder heraus zu kommen.

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